Verführt und entgretelt oder Das Geheimnis des Nichts
Mit freundlicher Genehmigung von Doctor Döblingers geschmackvollem Kasperltheater.
Wie immer begrüßt der Kasperl persönlich die Zuschauer und lässt sie erst einmal
tüchtig brüllen. Doch schon bald ereignet sich mysteriöses: Ein geheimnisvoller
Unbekannter taucht auf, um die Großmutter aus ihrer urgemütlichen Wohnstube zu
vertreiben, Gretel wird von einem wildfremden Krokodil entführt, die Hexe will den
Seppl zu zwielichtigen Zauberexperimenten verleiten und die Großmutter fällt nach
Entzug ihres Wohnraums ins Nichts. Hinter all dem steckt der geheimnisvolle Zauberer
Gottlieb Wurst, der vom Hinterzimmer seiner Walddiskothek „Magic Club“ alles abhört
und die Fäden zieht, um seinen größten Plan zu verwirklichen: Er will die Großmutter
vernichten und so die Herzensgutheit aus der Welt schaffen, um dann ungehindert die
Weltherrschaft zu erlangen. Zu diesem Zweck zaubert er sich die Gretel gefügig und
macht sie zu seinem willenlosen Werkzeug.
Die Polizei samt Hund tappt im Dunkeln, der Kasperl hat es nicht leicht, die Geschichte
zum Happy End zu führen, denn Puppenspieler, Puppen und die allwissende Erzählerstimme
können sich nur schwer auf den Verlauf der Handlung einigen, so dass der
Intendant Professor Pröpstl des öfteren vom Zuschauerraum aus klärend eingreifen
muss. Ohne seine Mitwirkung fände das Stück zu keinem ordnungsgemäßen Ende, so
dass die Erwachsenen womöglich noch jahrelang im Kasperltheater sitzen müssten,
und das wäre ihnen vielleicht dann doch zuviel.
|