
Liebesrausch mit Luftmentschn
Konzert des Acoustic-Pop-Orchestra begeisterte die Besucher in Oehmanns Puppentheater
Von Gisela Rapp
ASPACH. Wer eine Karte zu dem Konzert in den Räumen von Gregor Oehmanns Puppentheater bekommen konnte, durfte sich glücklich schätzen. Die fünf jungen Musiker vom Acoustic-Pop-Orchestra „Die Luftmentschn“, die alle eine klassische Ausbildung mit Jazz-Studium zur Grundlage haben, nahmen das Publikum vom ersten Ton an mit in ihr Thema Liebesrausch. Verjazzte, folkloristische und klezmervertonte Liebeslieder wurden mit der den Luftmentschn eigenen Körpersprache zum Hör- und Sehgenuss für die Zuhörer. Die Selbstironie, mit der Michael „Unfried“ Fenzl die Zuhörer in die Stücke hineinschickte, begeisterte ebenso wie seine Art, den Kontrabass zu spielen und zu singen. Florian R. Starfinger gab den ernsteren Part der Ankündigungen ebenfalls mit dem leicht überzogenen Pathos und begleitete meistens mit der Geige und sang die komischen, frechen oder melancholischen Lieder abwechselnd mit „Unfried“. Die Zwillingsbrüder Thomas und Rainer Gruber waren die Backgroundsänger, und wunderbar einfühlsam spielte Thomas Gruber sein Salterio, ein Saiteninstrument, das als Vorläufer des Klaviers gilt, während Rainer Gruber dem Akkordeon fantastische Melodien entlockte. Der Schlagzeuger Jan-Philipp Wiesmann, der aus Backnang stammt und Jazzfreunden schon länger bekannt ist, gab mit seinem Rhythmus den Stücken, die bis auf eins alle von den Luftmentschn selbst komponiert und getextet sind, den richtigen Herzschlag für den Liebesrausch. Die Besucher waren alle mitgefangen, konnten sich zum Schluss, nach einigen Zugaben, kaum trennen, wie das bei verliebten Pärchen halt so ist, und mussten es doch tun. Ob die Luftmentschn wohl zum nächsten Date nach Backnang kommen?
Backnanger Kreiszeitung vom 28.11.2009
